Der zweite Satz vor der Klasse ist fast immer der, den du hinterher bereust. Dieses Heft ersetzt ihn durch einen Bogen: Die Person geht fünf Minuten an den Nachdenkplatz, kreuzt an oder schreibt, was war – und kommt ohne Kommentar zurück. Nach der Stunde liegt der Bogen zwischen euch, und das Gespräch beginnt nicht bei null. Drei Stufen, dieselben Fragen: Ankreuzen und Gesichter in Klasse 4 und 5, kurze Antworten in 6 und 7, freie Antworten und Perspektivwechsel ab Klasse 8. Auf keinem Bogen steht die Stufe, auf keinem ein Logo.
Eine Störung, die beim ersten Satz nicht endet, wird vor Publikum verhandelt – und jede Erklärung kostet dich den Faden. Der Bogen nimmt die Verhandlung aus dem Raum: ein Satz, ein Blatt, fünf Minuten, kein Warum. Die Person beschreibt selbst, was passiert ist, wen es betroffen hat und was sie beim nächsten Mal tut. Du unterrichtest weiter. Erst nach der Stunde wird gelesen – und dann hast du etwas in der Hand, das die Person geschrieben hat, nicht du.
Der Nachdenkplatz ist ein Einzeltisch im Raum oder ein abgesprochener Ort mit Aufsicht, nie der Flur. Der Bogen ist keine Strafe, keine Note und keine Akte: Er geht an die Person zurück oder bleibt verschlossen bei dir. Bei Gewalt, Drohung oder einer diskriminierenden Äußerung gilt der Meldeweg deiner Schule – das steht im Heft, bevor der erste Bogen ausgegeben wird.
Sieben Bögen zum Ankreuzen: Was habe ich gemacht, wie ging es mir (fünf Gesichter zum Einkreisen), wen hat es gestört, was mache ich beim nächsten Mal. Große Kästchen, kurze Sätze, ein Satz zum Selberschreiben. Dazu der stille Bogen für alle, die nicht schreiben wollen oder können.
Jeder Bogen endet mit „Für das Gespräch“ – der Platz, in dem die Person dir sagt, was du wissen sollst. Dein Gesprächsleitfaden hat vier Fragen und eine Vereinbarung, dein Gesprächsbogen vier Zeilen. Die Übersicht zeigt, wo ein Gespräch offen ist und wo sich etwas wiederholt.
Das Muster-Blatt fragt nicht noch einmal nach der Stunde, sondern nach dem Muster: Wann passiert es, was geht voraus, was hat bisher nicht gehalten, was ist mein Frühwarnzeichen. Ab Klasse 6 – und der Moment, in dem es um mehr geht als um eine Stunde.
36 Seiten in sieben Teilen. Vier Seiten für dich, 23 Bögen für die Klasse, zwei Blätter fürs Pult. Alle Bögen ohne Logo und ohne Farbflächen – ein Klassensatz kostet kaum Toner. Nichts wird ausgeschnitten.
Seit über 7 Jahren im Klassenzimmer – in Deutschland, Finnland und den USA. Den zweiten Satz vor der Klasse habe ich oft genug bereut. Der Bogen ist das, was ich stattdessen mache: fünf Minuten Abstand, und nach der Stunde ein Gespräch, das nicht mit meinem Vorwurf beginnt, sondern mit dem, was die Person selbst aufgeschrieben hat.
15 von 36 Seiten, unbearbeitet aus dem PDF. Tipp auf ein Blatt, dann siehst du es groß.
Finder, Ablauf und das Gespräch danach – die Seiten, die du einmal liest.
Ankreuzen, Gesichter zum Einkreisen, ein Satz mit Anfang.
Ankreuzen und kurze Antworten, Satzanfänge als Geländer.
Freie Zeilen, Perspektivwechsel, der eigene Anteil.
Der stille Bogen, das Muster-Blatt, dein Gesprächsbogen.
Ihr seid mehrere? Wenn eine Fachschaft oder ein Kollegium das Heft gemeinsam nutzen möchte, schreib mir kurz an hello@klassenflow.com — ich melde mich mit dem passenden Weg.
Nein – und sie sollten es nicht. Das Heft nennt drei Orte: den Einzeltisch im Raum, einen abgesprochenen Platz mit Aufsicht (Trainingsraum, Auszeitraum, feste Nachbarklasse) – und den Flur als den Ort, der nicht trägt, weil du dort keine Aufsicht hast. „Raus“ heißt raus aus der Situation, nicht raus aus deiner Aufsicht.
Klasse 4 bis 10, in drei Stufen. Auf keinem Bogen steht die Stufe – du entscheidest, wer welchen bekommt. Wer wenig schreibt oder Deutsch gerade erst lernt, bekommt die Stufe darunter oder den stillen Bogen. In einer Klasse dürfen zwei Stufen liegen, ohne dass es jemand sieht.
Nein. Es gibt keine Note, keinen Eintrag und keine Akte – das steht auf jedem Bogen unten drauf. Welche Ordnungsmaßnahmen es gibt und wer sie verhängt, regelt das Schulrecht deines Landes; der Bogen ist Abstand und Gesprächsgrundlage, nichts weiter. Bei Gewalt, Drohung oder einer diskriminierenden Äußerung gilt der Meldeweg deiner Schule, nicht der Nachdenkplatz.
Der Bogen fragt nach der eigenen Handlung, nie nach Namen anderer – „die andere Person“ reicht, und die Bögen sagen das selbst. Ausgefüllte Bögen gehen an die Person zurück oder bleiben verschlossen bei dir; die Übersicht und dein Gesprächsbogen werden nicht kopiert und am Schuljahresende vernichtet.
Nein. Alle 23 Bögen sind ohne Logo, ohne Markennamen und ohne Internetadresse – das wird bei jedem Bauen des PDFs maschinell geprüft. Sie sind außerdem ohne Farbflächen gesetzt: Ein Klassensatz in Schwarz-weiß sieht genauso aus wie das PDF.
Das Heft ist fertig – die Bestellabwicklung richte ich gerade ein. Sobald sie steht, wird der Kauf-Button hier aktiv. Es gibt keine Warteliste; schau in ein paar Tagen noch einmal vorbei oder schreib mir kurz an hello@klassenflow.com.